Besuch im Bemusterungszentrum - oder: Wie soll mein neues Fertighaus von innen ausgestattet sein?

Der große Vorteil beim Kauf eines Fertighauses ist zweifelsfrei, dass man in ein trockenes Haus einzieht mit einem komplett ausgestatteten Innenleben. Doch was gehört zum Innenleben? Zum Innenleben gehören alle Bäder mit Sanitärausstattung, die Bodenbeläge, die Fußleisten, die Tapeten an den Wänden, die Fensterbänke, ebenso die Heizkörper (es sei denn, es wurde eine Fußbodenheizung eingebaut), natürlich alle Innentüren und auch die Einbauküche, zumal letztere als fester Bestandteil des Hauses von den Banken mitfinanziert wird.

Bemusterungszentrum

Frauen bestimmen das Innenleben eines Fertighauses

Niemand kauft ein Fertighaus aus dem Katalog und niemand übernimmt die Ausstattungsbeispiele, die man in den Musterhäusern sieht, 1:1 für sein eigenes neues Zuhause. Vielmehr ist nach der Unterzeichnung des Kaufvertrags ein Besuch im Bemusterungszentrum des Fertighausherstellers angesagt. Während die Männer fast naturgegeben das Sagen haben, wenn es um technische Dinge geht, also etwa um die Frage „Solardach - ja oder nein?“, bestimmen die Bauherrinnen, wie es innen im Haus auszusehen hat, wobei weiblicher Charme und weibliche List es immer wieder verstehen, bei bestimmten Ausstattungskriterien unschlüssige Ehemänner „auf die Reihe zu kriegen“.

Wer sich für ein Luxus-Fertighaus (www.luxus-fertighaus.de) entscheidet, braucht kaum auf seinen Geldbeutel zu achten. Die große Mehrzahl der Bauherren muß jedoch spitz rechnen. Und die Fertighaushersteller ebenso, denn unter ihnen herrscht ein harter Wettbewerb. Die Preise, die die Hersteller nennen, betreffen immer eine Standardausstattung. Das ist wie beim Kauf eines Automobils. Hier kann der Autokäufer zwischen den Farben der Sitzpolster oder der Farbe des Autolacks wählen - ohne Mehrpreis. Soll es aber eine Metallic-Lackierung werden oder sollen die Sitze einen Lederbezug bekommen, dann ist das eine Sonderausstattung und die kostet, wie jedermann weiß, natürlich einen Aufpreis. Ähnlich ist es beim Fertighaus - allerdings mit dem positiven Unterschied, dass beim Fertighaus die Wahlmöglichkeiten bei der Ausstattung erheblich größer sind.

Was genau ist ein Bemusterungszentrum?

Bemusterungszentrum Innenansicht

Ein Bemusterungszentrum ist - vereinfacht gesagt - ein Zwischending zwischen einem Fachhandel für Bodenbeläge und Tapeten, einem Küchenstudio und einer Bad- und Fliesenausstellung. Hier kann die Baufamilie unter Assistenz fachkundiger Berater aussuchen, welchen Teppichboden oder welches Laminat sie unter ihren Füßen, welche Fliesen sie an der Wand und welche Waschbecken sie im Bad haben möchte. Im Kaufvertrag sind die Kriterien genau festgelegt, also z. B. „Fliesen 1. Wahl bis 30 €/qm“. Natürlich können auch wesentlich teurere Fliesen und statt des Teppichbodens ein Marmorfußboden ausgewählt werden, aber das kostet extra. Und wenn die Bauherrin statt der Standardküche, die durchaus sehr modern und gut ausgestattet ist, dann doch lieber die Landhausküche mit massiven Holzfronten haben will, so kommt schnell ein Aufpreis von 3.000 € und mehr zustande. Aus einem Haus mit einem Preis von 198.000 € kann dann, wenn man zu sehr in höherwertigen Komponenten schwelgt, auch sehr schnell eines werden, dass 20.000 oder 30.000 € Zusatzkosten verursacht.

Besonnenheit ist also angesagt, wobei Baufamilien bedenken sollten, dass jede Küche und jedes Bad nach zehn Jahren unmodern ist. Es ist also sinnvoll, zunächst mit einer Standardausstattung vorlieb zu nehmen und die ersten, meist härteren Jahre der Baufinanzierung zu überstehen und dann, wenn das Einkommen gestiegen ist, die Kinder aus dem Haus sind und die erste Grundschuld (zumindest teilweise) abgetragen ist, in eine Luxusküche und in ein Traumbad (siehe www.traumbad.de) zu investieren.

Die Auswahl des Innenlebens ist stressig

Es ist nicht gerade selten, dass Bauherren zwei- oder dreimal in den Bemusterungszentren erscheinen, weil sich Ehefrau und Ehemann im ersten Anlauf nicht über Fragen einigen konnten wie „Parkett oder Laminat?“ oder „Kachelofen oder Kaminofen?“. In den Bemusterungszentren, die gelegentlich auch „Bau- und Ausstellungsgalerie“ oder „Info-Center für Bauherren“ genannt werden, hat man dafür viel Verständnis, denn ein Haus kauft man in aller Regel nur einmal im Leben. Hermann Reichart, früher Verkaufsberater in einem Fertighausunternehmen, heute selbständig als Versicherungsmakler, hält einen interessanten Ratschlag parat:

„Die Hauskäufer sollten sich nicht zu sehr in modernes Design verlieben. Denn nicht alles, was chic aussieht und viel Geld kostet, ist praktisch. Der Bauherr hat nichts davon, statt eines klassischen Waschbeckens einen sogenannten Brunnen zu kaufen, in den das Wasser aus einer hohen, Schwanenhals-ähnlichen Armatur läuft - aber eigentlich doch nicht läuft, sondern beim Auftreffen auf den Boden des Brunnens hoch spritzt und beim Benutzer Wasserflecken in Bauchhöhe verursacht.“


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